Kalk als Baustoff in der Geschichte

veröffentlicht am 29. November 2016 in Kalk Bolg von
Wasserenthärter

Kalkstein im mediterranen Raum ©Pixabay

Die Geschichte des Kalks als Baustoff ist wohl fast so alt wie die Menschheit selbst. Doch welche Kultur, zu welcher Zeit zuerst entdeckte, dass sich gebrannter Kalkstein gut zur Herstellung von Mörtel eignet, ist nicht bekannt. Funde von Kalkmörtel in der Türkei zeigen, dass Verarbeitung und Verwendung von Kalk schon vor über 7000 Jahren bekannt waren.

Ein weiterer Fixpunkt in der Geschichte des Kalks ist um 2500 v. Chr., als in Ägypten die 137 Meter hohe Cheopspyramide, aus über zwei Millionen riesigen Kalksteinblöcken gebaut wurde. Wie dieses gewaltige Gebäude, mit unerreichter Präzision errichtet wurde wird bis heute spekuliert. In derselben Zeitepoche finden wir auch im Zweistromland Mesopotamien Kalköfen.

Auch in der der Schweiz im Juragebiet sind Teile urzeitlicher Kalkstein- Brennstellen gefunden worden, die sich weit vor der Zeit der Römer datieren lassen.

Interessant ist auch, dass entdeckt wurde, dass beim Bau der chinesischen Mauer ab dem 7. Jht. n. Chr. Kalk als Bodenfestiger verwendet wurde. Die Chinesische Mauer wurde offenbar mit verschiedenen Techniken errichtet; neben gestampftem Lehm gibt es auch gemauerte Bereiche. Die Lehmziegel der gemauerten Bereiche sind mittlerweile verwittert, doch der Kalkmörtel, der die Steine zusammenhält, ist bis heute nahezu unbeschadet.

Für die Römer gehörte der Kalk als Baustoff zum Standard. Sie entwickelten leistungsstarke Kalköfen, und ihre Brenntechnik verbreitete sich bald im gesamten römischen Reich. So kam die Brenntechnik bis ins alte Germanien.  Um 200 n. Chr. betrieben die Römer bei Bad Münstereifel eine wichtige Kalkbrennerei. Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass ein Großteil der über 500 km langen Via Appia, bis heute in seiner ursprünglichen Kalkstein-Pflasterung erhalten geblieben ist.

Auch im Mittelalter knüpfte man an der zum Teil erhaltenen römischen Kalkbrennkunst an. In Brennkammern wurden Kalksteinbrocken und Holzscheite eingebracht. Bei einer Ofentemperatur von 900°-1000°C dauerte es 3 bis 4 Tage, bis der Kalkstein gleichmäßig ausgeglüht war. Nun brauchte der gebrannte Kalk noch weitere Tage, bis er soweit abgekühlt war, dass er ausgeräumt werden konnte. Der gebrannte Kalkstein konnte nun leicht zu Pulver zerschlagen werden. Die schlecht gebrannten Steine kamen noch einmal in den Ofen und durchliefen den Prozess zum zweiten Mal.

Die Idee, den Kalk als Bindemittel für einen Wandbaustein zu verwenden, wurde ab 1800 ernsthaft verfolgt. Die 1880 eingereichte Patentschrift No. 14195 «Verfahren zur Erzeugung von Kunstsandstein» gilt als eigentlicher Durchbruch für den industriell gefertigten Kalksandstein.

Kalk Produkte erfreuen sich in der Gegenwart in der Baubranche einer wachsenden Beliebtheit. Denn Kalk ist ein reines Naturprodukt mit hervorragenden raumklimatischen Qualitäten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit nimmt er Feuchtigkeit auf, speichert sie und gibt sie wieder ab. Das Resultat ist ein konstant angenehmes Raumklima. Hier eine kleine Produkt Übersicht der Gegenwart:

  • Kalkbeton
  • Mörtel
  • Grundputze
  • Deckputze
  • Stucco, Marmorino, Kalkglätte, Raso
  • Bodenbeläge
  • Farben und Anstriche

Sie sehen Kalk ist eine wunderbare Sache, wenn es nicht in zu hoher Konzentration im Brauchwasser ist…

Hier gelangen Sie zum: Artikel „Was ist Kalk“

 


Kommentar schreiben

*


Noch keine Kommentare